Arcons Tagebuch
Hesinde 34 Hal
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Der folgende Text enthält Informationen aus einem offiziellen Abenteuer. In diesem Fall "Der Orkenhort". Die Informationen reichen weder als Vorlage um das Abenteuer zu meistern, noch als Komplettlösung für Spieler. Dennoch rate ich davon ab diesen Teil des Tagebuchs zu lesen, wenn man als Spieler eben jenes Abenteuer noch vor sich hat.
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4. Hesinde 34 Hal Seit heute bewegen sich Rondarions Kinder wieder. Es geht ihnen gut, soweit man es beurteilen kann. Sie essen normal und auch das Geschrei ist in einem absolut normalen Rahmen wie uns ihre Amme versichert. Rondarion ist ein stolzer Vater. Er strahlte über das ganze Gesicht als er die Kleinen im Arm hatte. Auch Araleas Mine strahlt wieder um eine Unendlichkeit heller als zuvor. Besonders hübsch war der Moment, in dem man die Kinder zum ersten Mal schreien hörte. Nicht nur, dass allen ein Stein vom Herzen fiel, auch der Umstand, dass Rondi und Aralea sich nicht einigen konnten, wer denn zuerst in den Raum zu den Kindern stürmen darf und daher beide an der Tür zusammen stießen, brachte uns viel Freude.
6. Hesinde 34 Hal Ich fühle mich wirklich erholt. Die Zeit hier hat viele schöne Seiten. Saya blüht etwas auf. Zwar verbringt sie die meiste Zeit bei den Kleinen oder den Pferden, aber das dürfte ihr gut tun. Scheinbar gibt es ihr ein wenig das Gefühl einer Familie. Vielleicht mindert das ihr Heimweh ein wenig. Es ist auch eine Freude Fenia mit den Kindern zu sehen. Bislang dachte ich doch irgendwie, dass jede Frau ein gewisses Verständnis für den Umgang mit Kindern aufweist. Ich habe mich geirrt. Eigentlich rechne ich fast sicher damit, dass Fenia irgendwann mit einem der Kinder in den Raum kommt, das Kleine an einem Fuß hoch hält und sagt: "Das stinkt komisch." Das Ganze mit einem Gesichtsausdruck der untermauert, dass sie nicht weiß was nun zu tun sein könnte. Gut vermutlich ist diese Vorstellung übertrieben, aber deswegen nicht minder erheiternd. Torjin scheint den Kindern bereits wichtige Begriffe wie Armbrust und Bolzen beibringen zu wollen. Naja, es könnte ein wirklich schöner Winter werden.
7. Hesinde 34 Hal Es hätte ein wirklich schöner Winter werden können! Da gewöhnt man sich gerade ein wenig an etwas Ruhe und ein paar häusliche Monde und schon ist man wieder unterwegs. Morgen brechen wir auf. Auf der Suche nach einem sinnlosen Erfrierungstod im weidener Winter und einem alten Ammenmärchen dessen Wurzeln völlig verdreht wurden. Es geht um den Orkenhort. Jenen Mythos einer enormen Schatzkammer irgendwo im Orkland. Diese berüchtigte Höhle, die niemals gefunden wurde. Aber um endgültig in Absurdität abzuschweifen, suchen wir nicht jenen Hort im Orkland. Nein, wir suchen ein ähnlich fiktives Gegenstück in den weidener Landen. Natürlich kann nun die Frage aufkommen, warum ich mich aufmache und eine solch schwachsinnige Aktion begleite. Zum einen, weil ich auf meine Freude aufpassen muss, damit sie sich nicht in irgendwelchen unnötigen Ärger stürzen, oder zumindest um ihnen da wieder raus zu helfen. Zum anderen, weil ich ihnen beweisen möchte, wie sinnlos dieses Unterfangen ist und ich die Gesichter sehen möchte, wenn ihnen klar wird, was für eine Zeitverschwendung dieser Ausflug war.
10. Hesinde 34 Hal Von Stadt zu Stadt. Von einer verstaubten Bücherstube in die nächste. Ganz egal, ob es geschichtliche Aufzeichnungen oder Märchenbücher sind. Wir nehmen sie, lesen sie oberflächlich und zerlegen die Geschichten so lange bis sie in unser Bild passen. Selbst falls, und das ist kein Eingeständnis, es einen solchen Orkenhort hier geben sollte, mit dieser Methode finden wir ihn nie.
11. Hesinde 34 Hal Wir haben kein Ziel und keine Richtung, aber wir wissen, wir wollen schnell dorthin. Mir kommt es vor, als würden Torjin und Fenia in gewisser Weise zur Eile drängen. Ich kann nicht genau beschreiben, was genau ich meine, aber es stört mich.
14. Hesinde 34 Hal Gestern war ein sehr guter Abend. Ich bin zwar im Stall aufgewacht mit Kopfschmerzen, die mich an meine Akademiezeit erinnern, aber der Abend war dennoch gut. Wir haben uns extensiv betrunken. Ohne Sinn und Verstand haben wir ein Bier nach dem anderen geleert, aber lustig war's dennoch. Ab und an müssen auch solche Abende sein. Zum Glück sind wir nicht weiter geritten. Es tat gut den Rausch ordentlich ausschlafen zu können. Heute gab es nicht ein einziges Bier zum Abendessen. Zu gegenwärtig war der Rausch von gestern noch. Morgen geht's weiter. Aber immerhin haben wir nun auch eine Richtung, in die wir wollen. "Wir" ist sehr relativ. Ich will ja eigentlich wieder in Richtung der Bollinger Heide, aber die anderen zieht es nach Osten.
18. Hesinde 34 Hal Kalt ist es geworden in den letzten Tagen. Die Mauern von Rondarions Burg wären mir ein willkommener Windschutz und der Kamin im großen Saal der Burg wäre mir lieber als jedes Lagerfeuer. Noch dazu müsste ich dort nicht Wache halten. Seit neuestem halten wir sogar in Gasthäusern wieder Wache. In den letzten Tagen ist uns ein zwielichtiger Kerl ein paar Mal über den Weg gelaufen. Vorsicht ist besser als leere Taschen.
25. Hesinde 34 Hal Für mich persönlich hat die Reise nun ihren Tiefpunkt erreicht. Im Gebirge eine Höhle suchen. Das ist ja auch fast keine unangenehme Aufgabe. Natürlich könnte es leichter sein, wenn man weit sehen könnte und daher nicht jede Felsspalte untersuchen müsste. Es wäre auch leichter, wenn das Gelände offen wäre und man nicht immer wieder absteigen müsste und die Pferde vorsichtig über schmale Grade führen müsste. Aber dennoch ist es fast keine unangenehme Aufgabe. Ich kann den Satz "Da drüben könnte etwas sein!" nicht mehr hören. Genau dieser Satz kündigt wieder eine Kletterpartie an. Wenn ich wenigstens glauben könnte, wir hätten eine theoretische Chance etwas zu finden, wäre es nicht so schlimm, aber auf diese Art gefällt mir die Reise nicht.
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Simon Ross (c), 2007 - 2012
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