Arcons Tagebuch Efferd 34 Hal |
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| Der folgende Text enthält Informationen aus einem offiziellen Abenteuer. In diesem Fall "Drei Millionen Dukaten". Die Informationen reichen weder als Vorlage um das Abenteuer zu meistern, noch als Komplettlösung für Spieler. Dennoch rate ich davon ab diesen Teil des Tagebuchs zu lesen, wenn man als Spieler eben jenes Abenteuer noch vor sich hat. |
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| 3. Efferd 34 Hal |
Wir sind wieder unterwegs nach Alderow und kommen gut voran. Endlich ist wieder etwas Ruhe und Gewohnheit in unsere Reise eingekehrt. |
| 4. Efferd 34 Hal |
Morgen sollten wir Festum und Alderow erreichen können. Hätten wir uns beeilt und wäre uns nicht wieder eine Kleinigkeit dazwischen gekommen, hätten wir es vielleicht sogar schon heute geschafft. Wir wurden Zeugen eines Überfallversuchs. Ein Wagen mit einigen Gauklern wurde von einer Horde Räubern angegriffen. Warum die Räuber einen solch schäbig wirkenden Wagen angriffen, war mir nicht klar und nachdem wir sie in die Flucht geschlagen hatten, konnten wir sie auch nicht mehr fragen. Ich bin recht stolz auf meine Leistungen in diesem Kampf. Vor allem konnte ich geschickt einem Pfeil entgehen, indem ich einen meiner Gegner in die Schusslinie zog.
Nach dem Kampf als wir uns um die Verletzten und Toten kümmerten, hatten Rondarion und Xavorim zu uns aufgeschlossen. Ich freue mich Rondarion wieder an meiner Seite zu haben. Torjin ist inzwischen eine echte Stütze im Kampf und Saya kämpft beherzt. Auch Fenia hat seit unsere Gefangenschaft mehr Mut bewiesen als ich ihr zugetraut hätte. Dennoch ist Rondarions Anwesenheit sehr beruhigend.
Auch was Rondarion noch über die Tage mit Aralea zu berichten hat, bietet einen gewissen Unterhaltungswert. |
| 5. Efferd 34 Hal |
Wir haben Alderow ohne weitere Zwischenfälle in den Abendstunden erreicht. Wir sind Gäste in Torjins Haus. Seine Haushälterin Elena war zwar im ersten Moment etwas überfordert mit so viel Besuch, aber sie kümmert sich rührend um unser Wohl. Torjin selbst ist, wie immer wenn wir hier sind, in seiner Bibliothek. Fenia und Saya wirken recht überrascht über dieses Verhalten von Torjin. Nachdem ich ihnen aber erklärt habe, dass Torjins Bücher viel Zuwendung brauchen und er nun jedes einzelne Exemplar streicheln müsste, waren sie endgültig irritiert. |
| 6. Efferd 34 Hal |
Das war ein Tag. Am Morgen gab es Wettkämpfe zu Torjins Ehren. Sein Vater hatte etwas für ihn organisiert. Als erstes gab es ein Wettreiten und im Anschluss daran gab es einen der berüchtigten Alderow-Hindernisläufe. Das Wettreiten konnte Xavorim mit seiner Shadifstute "Yasmin" gewinnen. Mein Tralloper Riese, den ich übrigens inzwischen auf den Namen "Zorn" getauft habe, brachte mich auf den zweiten Platz. Saya hatte Pech und stieg unsanft ab. Vielleicht hätte ich gegen Xavorim eine Chance gehabt, wenn sich die Elfe nicht genau vor mir vom Pferd gestürzt hätte. Torjin und Rondarion haben sich ein ordentliches Duell geliefert. Dabei wurden auch mal die Pferde getauscht und ein Adeliger aus der Gegend musste sein Pferd überhaupt räumen, damit beide Streithähne ins Ziel kommen konnten. Der Verlierer dieses Rennens war aber Elcarna. Er hatte schon am Start Probleme. Während alle anderen vorwärts stürmten, stieg Elcarnas Pferd hoch empor und warf seinen Reiter ab. Ein Sturz von einem Tralloper ist nichts, was ein Magier wie Elcarna spurlos über sich ergehen lassen kann. Er hat sich immer noch nicht ganz erholt. Dank sofortiger Hilfe hat er aber noch Gelegenheit das nachzuholen.
Das Hindernisrennen war dann auch wieder ein Erlebnis. Xavorim war der Wassergraben vom letzten Mal noch gut in Erinnerung und er verzichtete auf eine Teilnahme. Torjin und ich lieferten uns ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit zahlreichen spektakulären Einlagen. Knapp, aber doch, konnte ich mich durchsetzen.
Zu Mittag gab es dann noch einen Ochsen vom Spieß zu Essen. Auch wenn ich kaum mehr etwas schmecke, auf ein solches Mahl freue ich mich jedes Mal.
Den Rest des Tages verbrachten wir in Festum, wo uns die Probleme einer Großstadt vor Augen geführt wurden. Am Abend hatten wir dann ein Treffen mit dem berühmten Stover Stoerrebrandt. Nun kenne ich endlich Torjins berühmten Onkel persönlich. Er ist wohl kein schlechter Mensch und dennoch hätte ich auf dieses Treffen verzichten können. Von heute an stehe ich in seinen Diensten und ich habe einen Auftrag, der mir nicht gefällt. Ich wage es allerdings nicht diesen Auftrag hier nieder zu schreiben, denn ich habe einen heiligen Schwur leisten müssen diesen Auftrag geheim zu halten. Ich wollte gar nicht annehmen, aber Torjin hat mich überredet. Naja, wenn es so schlimm wird wie ich fürchte, kann ich wenigsten jemandem die Schuld geben. |
| 7. Efferd 34 Hal |
Was ich bei meinem Eintrag gestern vergessen habe, war die außerordentlich großzügige Entlohnung, die uns der alte Stoerrebrandt versprochen hat. Eine Anzahlung haben wir auch schon erhalten. Den heutigen Tag haben wir damit verbracht uns für die bevorstehende Reise einzudecken. Wir haben alle ordentlich zugeschlagen. Das Geld hatten wir ja alle, aber das war noch nicht alles. Uns wurde auch ein großzügiger Nachlass auf alle Waren gewährt, die wir heute kauften. Ich habe unter anderem zwei Turnierschwerter und zwei Schilde gekauft, die mir helfen sollen Sayas Kampfkünste zu verbessern. Saya hat sich auch eine neue Waffe gegönnt. Ihre Augen leuchteten vor Freude und Stolz als sie mir ihre nagelneue Orknase zeigte. Sie kann die Axt kaum heben, geschweige denn damit einen Schlag führen. Ich verstehe die kleine Elfe nicht. Sie kommt aus Thorwal. Sobald sie wieder daheim ist, kann sie sich eine solche Waffe aus erster Hand kaufen, oder gar für sich anfertigen lassen. Stattdessen kauft sie sich ein solches Stück - am anderen Ende des Kontinents. Und dann kann sie nicht einmal etwas damit anfangen. Ich glaube, ich will gar nicht so genau wissen, was zwischen ihren spitzen Ohren vor sich geht. |
| 9. Efferd 34 Hal |
Zwei Tage hatten wir Zeit um uns auf die Reise vorzubereiten. Das war nicht annähernd genug um sich ein ordentliches Bild von dem Wagenzug zu machen, den wir begleiten werden. Es sind unüberschaubar viele Menschen, die Stoerrebrandt nach Gareth begleiten werden. Die Liste der Wägen ist schier unendlich. Zum Glück muss ich mich damit nur teilweise auseinandersetzen. Mein Augenmerk liegt auf den bewaffneten Truppen, die diesen Umzug begleiten. Rondarion und ich haben das Kommando über die Truppen bekommen. Eine Aufgabe über die ich nicht wirklich glücklich bin, denn bei der Truppe handelt es sich um drei Trupps aus Söldnern. Immerhin ist Stoerrebrandt reich und zahlt gut. Somit darf ich doch auf ein wenig Loyalität hoffen. Wir haben 30 Mann leichte Reiterei aus den Thulamidenlanden. Ihr Anführer ist einer dieser dreckigen Novadis, aber immerhin hat er Erfahrung und seine Männer reiten schon länger gemeinsam. Weitere 30 Mann sind Udenbergrer. Sie sind geübte Armbrustschützen. Hinzu kommt, dass sie sich mit den beiden Turmwägen, die dem Zug angehören, auskennen. Die Turmwägen sind mit Rotzen bestückt und werden uns wohl gute Dienste leisten, wenn wir unsere Lagerplätze verteidigen müssen. Den letzten Trupp bilden die 30 Schatzwächter. Infanteristen deren Hauptaufgabe darin besteht die sieben schweren Schatzwägen zu schützen, in denen sich das größte Vermögen Aventuriens befindet. Morgen brechen wir auf. |
| 10. Efferd 34 Hal |
Die Reise wird mühsam werden. Der Wagenzug ist gut eine Meile lang und sehr unübersichtlich. Hinzu kommt, dass es kein Geheimnis ist, wer hier übersiedelt und was in seinem Gepäck ist. Wir hatten heute bereits die ersten Schwierigkeiten mit Leuten, die Stoerrebrandts Geld wollten und es wird wohl nicht besser werden. |
| 13. Efferd 34 Hal |
Heute hatten wir unsere bisher größte Herausforderung. Es galt den Wagenzug über den Born zu bringen. Natürlich gab es Probleme. Eine der Prunkkutschen von Stoerrebrandts Kindern ist verloren gegangen. Auch die Zugtiere sind weg. Fenia und Elcarna wären fast ersoffen. Wir können von Glück reden, dass niemand gestorben ist. Peranka, die älteste Tochter von Stover und ihr Eheman Calman wurden von mir gerettet. Anstatt sich zu freuen, dass sie nicht zu Boron gegangen sind, meckern sie über den Verlust der Kutsche. Geld muss einem echt den Verstand vernebeln, wenn man so viel davon hat. Da uns auch eine der drei Fähren in den Fluten des Born verloren ging, dauerte das Übersetzen den ganzen Tag. Nun haben wir einen unübersichtlichen Lagerplatz zu bewachen. Diese Aufgabe wird nicht leichter, wenn man bedenkt, dass die Söldner heute ordentlich anpacken mussten und daher müde sind. |
| 18. Efferd 34 Hal |
Keine Nacht ohne Alarmrufe und kein Tag ohne Achsenbrüche. Einzig die gestrige Nacht gab uns etwas Gelegenheit zur Erholung. Wir übernachteten in Salderkeim. Stovers jüngste Tochter ist mit einem hiesigen Adeligen verheiratet. Ich glaube, sie ist hier Gräfin, aber ich bin nicht sicher. Zum einen, weil ich mir noch nicht die Mühe gemacht habe, die Adelstitel im Bornland zu verstehen und zum Anderen weil ich auch nicht wirklich am Familienleben der Stoerrebrandts interessiert bin. Für mich war wichtig in einem Bett zu schlafen mit einem Dach über dem Kopf und ohne eine Wache zu halten. Auch die Möglichkeit mich mal ordentlich waschen zu können war wichtig. |
| 21. Efferd 34 Hal |
Die letzten Tage hat es fast immer geregnet. Das Wetter und die Strapazen tun mir nicht gut. Ich habe mir Dumpfschädel eingefangen. Mir geht es richtig mies und ich habe keine Gelegenheit mich zu erholen. Dazu kommt, dass Saya mich nervt. Sie wurde heute, als sie den Weg ausgekundschaftet hat, von irgendetwas angegriffen. Ihre Erzählungen sind alles andere als präzise. Hauptsache sie glaubt es waren Werwölfe. Sie wurde auch von irgendwas gebissen. Jetzt hat sie Angst, sie verwandelt sich. Ich habe keine Zeit für diesen Blödsinn. Sie ist einfach nur verwirrt. Sie bekam sogar einen Schreikrampf, als ich ihr sagte ihre Ohren wären schon spitz geworden. Doofe Elfe.
Noch schlimmer ist die Tatsache, dass die blaue Keuche im Wagenzug ausgebrochen ist. Einer der ersten Kranken war Rondarion. Wir haben Siechenwagen eingerichtet und versuchen dennoch den Ausbruch der Seuche geheim zu halten. Viel schlimmer kann es gar nicht mehr werden. |
| 22. Efferd 34 Hal |
Heute war ich kurz davor Saya zu verprügeln. Ich habe Kopfschmerzen, so stark als würde ein Kobold ständig auf meinen Kopf einschlagen. Natürlich muss ich dennoch meine Aufgaben bewältigen, insbesondere jetzt wo Rondarion krank ist. Anstatt mir nun meine Ruhe zu lassen, liegt mir Saya mit ihrer Werwolfgeschichte in den Ohren. Menschen, die bei Vollmond zu Wölfen werden. Stumpfsinn ist das. Ich habe keinen Kopf für solche Kindermärchen. Gut, nachdem was ich alles erlebt habe, könnte es sogar Werwölfe geben, aber das hat doch hiermit nicht das Geringste zu tun. Saya hat sich einfach auch Dumpfschädel geholt. Was den Angriff angeht, so war es eben irgendeine Tierart, die keine Elfen frisst. Sie sollte sich freuen. |
| 23. Efferd 34 Hal |
Wir haben die Drachenpforte passiert, die blaue Keuche breitet sich aus und \dots\ ach ja, Stover Stoerrebrandt ist ein Dreckskerl! Naja, nicht wirklich, aber er hat es heute geschafft uns sehr aufzuregen. |
| 24. Efferd 34 Hal |
Nicht genug, dass wir inzwischen fast dreißig Kranke haben, die mit der blauen Keuche um ihr Leben ringen. Nun spricht sich die Seuche auch langsam im Wagenzug herum. Wir tun was wir können, um die Gerüchte zu zerstreuen. Ich habe heute sogar deswegen gelogen. Viel gebracht hat es nicht. Ich sagte, es seien nur schwere Fälle von Dumpfschädel, die in den Seuchenwagen behandelt würden und jeder könne sich gerne persönlich davon überzeugen. Wie ich es gehofft hatte, wagte es zwar niemand dieser Aufforderung nachzugehen, aber wirklich beruhigt habe ich wohl niemanden damit.
Mir fällt auf, dass die Leute im Wagenzug inzwischen sehr schweigsam werden, wenn ich mich nähere. Saya redet immer noch viel und auch die anderen verhalten sich normal. Aber die Söldner und die Reisenden beenden ihre Gespräche abrupt, wenn sie mich sehen und blicken mich nur argwöhnisch an. |
| 26. Efferd 34 Hal |
Heute hat ein Tatzelwurm den Wagenzug angegriffen. Er hat einen Ochsen schwer verletzt und ist wieder verschwunden. Ich sah zum ersten Mal solch ein Monster und ich muss sagen, die Dinger sind verflucht schnell. Elcarna meinte, er hätte einige Beobachtungen gemacht, die er nun einem Tatzelwurm zuordnen würde, aber er dachte sich nichts dabei. Hätte er mehr Schaden angerichtet als nur einen Ochsen zu verletzen, hätte ich Elcarna wohl meinen Stiefel in den Hintern gerammt. Die Wachen sind nun permanent in Alarmbereitschaft. Die Späher sind angehalten auf weitere Anzeichen dieser Monster zu achten.
Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Rondarion ist zurück aus dem Siechenwagen. Er ist noch nicht wieder ganz auf dem Damm, aber er erholt sich. Die Medica sind sich auch recht sicher, dass es bei Rondarion wirklich eine Genesung ist und nicht die berüchtigte scheinbare Heilung, die eintritt kurz bevor man an der blauen Keuche stirbt. |
| 27. Efferd 34 Hal |
Rondarion ist über den Berg. Gerade recht. Denn auch heute hatten wir Probleme mit diesen stinkenden Monstern. Wieder waren wir etwas überrascht, da kurz zuvor ein anderer Zwischenfall unsere Aufmerksamkeit beanspruchte. Immerhin waren Torjin und die anderen in meiner Nähe als die Monster auftauchten. Zwei Tatzelwürmer schossen ohne Vorwarnung keine zehn Schritt von mir entfernt aus dem Moor. Einen konnten wir töten und der andere verschwand schwer verletzt. Wieder wurde nicht viel Schaden angerichtet.
Ich war es, der gegen das Monster den Todesstoß führte. Der Schlag war waghalsig und mehr als unvorsichtig. Ich war selbst erstaunt, was ich mit meinem Rondrakamm anrichten kann. Die Aura des Schweigens, die mich auf meinen Ritten im Wagenzug umgibt, wurde nun noch größer. |
| 30. Efferd 34 Hal |
Heute mussten wir den Wagenzug gegen zwei Raubritter verteidigen. Dank unserer Späher hatten wir Zeit eine Wagenburg zu formieren. Zehn schwere Reiter, zwanzig leichte Reiter und rund siebzig Infanteristen griffen an. Rondarion und ich konnten zeigen, was uns an Taktik auf der Akademie gelehrt wurde. Fenia hatte auch eine hübsche Idee, die uns helfen sollte, jedoch scheiterte die Umsetzung leider. Ansonsten klappte alles ganz gut.
Unsere leichte Reiterei versteckten wir mit einer von Landors Illusionen. Ja, er erwies sich heute tatsächlich als nützlich. Das ermöglichte es unserer Kavallerie die feindlichen Reiter zu umgehen und einen Angriff auf die Flanke des Fußvolkes durchzuführen. Torjin startete einen Ausfall. Ich konnte ihm doch nicht den ganzen Ruhm allein lassen und begleitete ihn. Auch Rondarion folgte uns, jedoch in einigem Abstand, da er von Torjins Irrsinn - denn nichts anderes war dieser Ausfall und ich schätze Torjin dafür sehr - zu überrascht war, um rasch zu reagieren. Torjin rauschte, wenn auch nicht ganz beabsichtigt, in die feindlichen Fußtruppen. Wären es nicht einfache Bauern gewesen, die hier ins Feld geführt worden wären, hätte er diese Aktion wohl mit dem Leben bezahlt. Ich konnte einen Teil der feindlichen Reiterei hinter mir her ziehen und führte sie dann mit einer List in ihre eigenen Reihen. Das alles reichte, um den Großteil der Infanterie zu zerschlagen. Nicht ganz zwei Dutzend, scheinbar erfahrene Kämpfer, blieben und setzten den Angriff fort. Unsere Armbrustschützen und Rondarion lösten dieses Problem. Am Ende waren es nur noch zwei gepanzerte Reiter, die uns bedrohten. Ich stellte mich ihnen. Zwar war ich schon etwas angeschlagen, doch ich beschloss diese Kerle nicht entkommen zu lassen.
Die beiden saßen auf ihren Pferden und hatten abgebrochene Lanzen als Waffen. Ich stand mit meinem Rondrakamm und ohne Pferd vor ihnen. Die Lanzen waren zwar nicht mehr intakt, aber lang genug um gefährlich zu sein. Als der Erste mich angriff, konnte ich mit einem Schritt zum richtigen Zeitpunkt der Lanze entgehen und mit einem Schlag aus der Drehung konnte ich seine Lanze Richtung Boden drücken. Ich weiß nicht ob ich dabei auch das Pferd verletzt habe, oder er sich mit der Lanze nun aushebelte, aber auf jeden Fall stieg er unsanft ab. Nun stand ich aber mit dem Rücken zum zweiten Reiter. Er nutzte diese Möglichkeit und rammte mir die Lanze in den Rücken. Mein Rücken ist nicht wirklich gut gepanzert. Was mich wirklich überraschte, war die Tatsache, dass die Lanze, obwohl keine Spitze mehr daran war, die vordere Platte meiner Rüstung durchschlug nachdem sie sich durch meinen Oberkörper gebohrt hatte. Ich sah die Lanze aus meiner Brust ragen, doch zu meiner großen Überraschung war ich nicht damit beschäftigt zu sterben. Es tat nicht einmal wirklich weh. Es sah einfach nur furchtbar aus. Ich spuckte auf den Boden. Entgegen meiner Erwartung spuckte ich Speichel und kein Blut. Ich wusste nicht so recht, was ich machen sollte. Um nicht sinnlos in der Gegend zu stehen und meine Verletzung zu betrachten, nahm ich den Reiter, den ich zuvor von seinem Pferd getrennt hatte, gefangen und beobachtete Rondarion wie er den Schurken erledigte, der mich so schwer verletzt hatte. Dann stürmten auch schon Torjin, Fenia, Elcarna und Saya zu mir, um mir zu helfen. Naja, eigentlich stürmten sie zur mir und fragten sich, warum ich nicht tot bin. Auch sie brauchten etwas Zeit, um aus dem Staunen heraus zu kommen. Ich setzte mich dann erst einmal. Die Behandlung war es, die wirklich wehtat. Sie mussten die Lanze und Teile meiner Rüstung aus mir herausholen, um die Wunde wirklich schließen zu können. Elcarna musste sich schon sehr beim Zauber anstrengen, da er in der Schlacht mit Zaubern um sich warf und fast zu erschöpft war, um meine Wunde zu versorgen. Aber einen beherzten Zauber und zwei anständige Heiltränke später konnte ich schon fast wieder schmerzfrei Luft holen. Ich fühle mich inzwischen überraschend gut wenn man bedenkt, dass ich eigentlich tot sein müsste. Ich werde sogar vermutlich morgen ganz normal meinen Dienst verrichten können.
Noch etwas wird mir klar nun da ich dies hier schreibe. Hjalga darf dieses Buch wirklich niemals lesen. Wenn sie erfährt, wie nahe ich daran war nicht mehr zu ihr zurück zu kehren, bringt sie mich eigenhändig um. Im Moment wird mir wieder klar, dass ich sie und Swafnild eigentlich doch ziemlich vermisse. In den letzten Tagen war ich nur zu beschäftigt, um mir darüber Gedanken zu machen. |
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