Deutschlandreise vom 18.10.2006 bis 23.10.2006
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Dere!

Was kann man lustigeres machen als mit einem französischen Auto, mit einem österreichischen Nummerschild nach Deutschland zu fahren? Klar, mit zwei französischen Autos mit zwei österreichischen Nummernschildern in zwei Deutschlands zu fahren. Tja, so gut mir diese Idee gefällt, so schwierig ist sie seit 1989 auch umzusetzen. Schließlich muss die Welt ja seit jenem Jahr mit nur einem einzigen Deutschland auskommen. Nun stellt sich, völlig berechtigt die Frage, warum erzählt Zordos hier so was, abgesehen davon, dass er es vermutlich für eine wundervolle Einleitung hält? Tja, weil ich es kann. Aber nun wird es doch Zeit mit dem eigentlichen Thema loszulegen.
Dieses Jahr haben wir, wie oben schon angedeutet, etwas Neues ausprobiert und neben dem Peugeot von meinem Vater auch den von Thomas mitgenommen. Aber da sich drei Leute nur schlecht auf zwei Autos aufteilen lassen, sind wir diesmal auch in größerer Gruppe gefahren. Neben Thomas und Andi, die schon die letzten beiden Jahre an diesem Abenteuer teilgenommen haben, kamen diesmal auch Norma und Herbert mit. Und nur um sicher zu gehen, dass Tsa auch wirklich von unserer Begeisterung an neuen Sachen überzeugt ist, haben wir gleich noch was Neues versucht. Wir sind in der Nacht gefahren anstatt in aller Frühe.

Die Fahrt war dann relativ unspektakulär. Alles lief recht gut und wir kamen am Vormittag in Essen an. Da unser Hotel die letzten Jahre kaum Wünsche offen gelassen hat, haben wir beschlossen auch dieses Jahr dort zu nächtigen. Thomas hat sich mal wieder im Vorfeld um alles gekümmert. An dieser Stelle ein mal mehr, Lob und Dank für dir vorzügliche Vorbereitung. Das Hotel hat uns auch diesmal nicht enttäuscht. Wir konnten die Zimmer früher beziehen als erwartet und hatten damit mehr Zeit uns mal gemütlich hinzulegen und unsere Müdigkeit zu bekämpfen. Zu meiner großen Freude hatten wir dasselbe Dreibettzimmer wie letztes Jahr. Das große, direkt unter dem Dach, mit der Küche drin. Ich war hellauf begeistert. Diesmal teilte ich mir das Zimmer mit Norma und Andi. Thomas und Herbert hatten ein Zweibettzimmer einen Stock tiefer. Wobei das in erster Linie, doppelt so viel Platz wie normal für Herbert bedeutete. Da Herbert schwer verkühlt war, mied Thomas dieses Zimmer nach bestem Wissen und Gewissen.
Aber zurück zum wichtigen Teil der Geschichte, ich und mein Doppelbett. Na gut, es war nicht allein mein Doppelbett. Norma beanspruchte auch einen Teil davon. Aber da die liebe Norma nicht viel Platz braucht, sie ist ja auch klein, war das nicht weiter störend. Um einschlägige Spekulationen gleich von Anfang an ad absurdum zu führen - Norma hat einen Freund, den sie nicht in absehbarer Zeit ersetzen will, schon gar nicht durch mich. Das ist eine Tatsache, die auch in diesem Doppelbett, nie zur Diskussion stand.

Nach ein paar Stunden Schlaf sind Norma und ich noch etwas spazieren gegangen. Dank Norma haben wir dabei einen gar nicht weit entfernten kleinen See gefunden. See ist vielleicht übertreiben, da es sich nur um eine etwas breitere Flussstelle handelt, aber die Essener nennen es halt See. Naja, man nimmt was man kriegen kann.
Am Abend kamen wir dann alle, sogar Thomas, wieder im Hotel zum gemeinsamen Essen zusammen. Wie versprochen und wie schon die Jahre zuvor, habe ich versucht meinen Teil zur Völkerverständigung beizutragen. Ja, ich habe ein Krügerl bestellt. Nein, ich habe es nicht bekommen. Ich meine, ich habe es schon bekommen, allerdings erst als ich ihm den Namen großes Bier gegeben hatte. Ich muss aber zugeben, ich war dieses Jahr auch nicht ganz so hartnäckig was das Krügerl angeht. Naja, es werden noch andere Jahre kommen.

Nach einer ereignislosen aber ruhsamen Nacht war es dann am nächsten Tag Zeit für die Spielemesse. Nicht jedoch ohne sich zuvor angemessen zu stärken. Zu diesem Zweck begaben wir uns wieder, diesmal mit Andi und Herbert zu vorher erwähnten Tümpel - ähm - See in ein dortiges Restaurant. Wir freuten uns auf eine schöne Aussicht und gutes Essen. Doch vor dem Genuss hat das Schicksal das Bestellen geschaffen. Tja Ordnung muss sein. Bei dieser Gelegenheit konnte ich feststellen, dass man Kellnerinnen in Deutschland mit noch ganz anderen Getränkebestellungen als einem Krügerl aus der Fassung bringen kann. Ich sagte wörtlich: "Bitte, einen Orangensaft mit Leitungswasser auf einen halben Liter." Ich habe mir extra das Wort "g'spritzt", welches in Österreich durchaus angebracht gewesen wäre, gespart, um etweilige peinliche Missverständnisse zu vermeiden. Die gute Frau hat mich angesehen als hätte ich ihre Mutter beleidigt. Nachdem wir ihr meine Bestellung mühsam ausgedeutscht hatten, gab's dann doch noch was zum Trinken und gutes Essen haben wir auch noch bekommen.

Jetzt wäre der Zeitpunkt gekommen, zu klären, wo Thomas die ganze Zeit war. Thomas hat die meiste Zeit mit Sonja verbracht. Was die beiden genau getan haben, entzieht sich völlig meiner Kenntnis. Ich kann aber guten Gewissens behaupten, dass auch hier jedliche einschlägigen Spekulationen völlig unnötig, unangebracht, unergibig und falsch sind.

Kommen wir aber nun endlich zur Spiel '06, inklusive Thomas und Sonja, die eine ganz besondere Überraschung von uns bekam. Ein umwerfendes, wundervolles und unglaublich schönes Torjin T-Shirt mit namentlicher Widmung.
Die Messe war herzlich unspektakulär. Am FanPro Stand gab's dieses Jahr eine Testspielmöglichkeit, unteranderem auch für DSA - das soll hier auch mal lobend erwähnt werden. Darüber hinaus gab es auch dieses Jahr einen großen und gut bestückten Würfelstand, an dem wir ordentlich zugeschlagen haben. Ähm, Kauftechnisch meine ich. Wir mussten nicht im Polizeigewahrsam die Messe verlassen. Ansonsten bleibt mir zur Messe zu sagen: "Auch sehr schön, auch sehr heiß." Brauchbare Photos haben wir wieder nicht.

Aber zum Glück sind wir nicht in erster Linie wegen der Messe nach Deutschland gefahren. Nein, die Messe ist nur ein Vorwand um mit unserem deutschen Freunden DSA zu spielen. Dieses Jahr haben wir das auch gleich extensiver betrieben. Zwei Abende und einen Nachmittag mit der Gruppe von madamal.de und als besondere Draufgabe war Hindaria auch die ganze Zeit dabei. Jetzt kommen wir auch endlich zu dem Teil dieses Berichts zu dem wir auch Photos haben. Nicht das wir schon jetzt eines einbauen, aber ist Vorfreude nicht die schönste Freude?

Sonja und André

Insgesamt waren wir also zu zwölft, gute Zahl. :) Zwölf Leute sind jedoch für einen Meister relativ viel. Um etweiligen Komplikationen vorzubeugen haben sich dieses Jahr zwei Meister gefunden. Rechter Hand nun also usere beiden Meister, Sonja und André, bei mehr oder minder konstruktiver Interaktion. Die beiden konnten sich solche Scherze auch erlauben. Sie waren ja schließlich ganz toll vorbereitet und hatten sich ein sehr passendes und nicht minder stressiges Abenteuer zu recht gelegt. Um dieses Abenteuer auch adäquat genießen zu können, wurden wir in zwei Gruppen geteilt. Zwei DSA Gruppen (und Hindaria) treffen sich gemeinsam zum Spielen, teilen sich aber dort wieder in zwei Gruppen auf. Klingt komisch, ist aber so. Hat auch toll funktioniert. Gut, jetzt wird die Berichterstattung aber etwas schwieriger, da ich persönlich ja nur etwas mehr als die Hälfte des Geschehens mitbekommen habe. Das soll jetzt kein Eingeständnis von Unaufmerksamkeit sein, aber ich kann auch nicht an zwei Orten gleichzeitig sein. Somit übergebe ich, für's Erste mal, an Thomas:

Da saßen wir (Herbert und ich) nun. In einen Raum mit vier Deutschen, wo ich nur eine davon wirklich kannte, die Meisterin, Sonja.
Also machten wir uns mit unseren Charakteren auf in unsere Fantasywelt. Sonja war sehr nervös und hatte Angst uns zu enttäuschen. Aber kann man drei Deutsche (Julia, Melanie und Andreas) und zwei Österreicher, die DSA lieben, enttäuschen? Ich denk nicht! Und ich hatte bis zum Schluss damit recht. Daher an dieser Stelle: Danke Sonja!

Jedoch stellte es sich schnell heraus, dass das Abenteuer ziemlich extrem angelegt war. Nicht nur unsere Charaktere hatten das Gefühl, dass sie verrückt waren, nein, viel mehr bekamen die Spieler auch das Gefühl nicht mehr richtig zu ticken. Lauter komische Erlebnisse wie Flucht, Bäder und ein Sanatorium machten uns die Sache nicht leichter, da wir auch meistens bevor wir was herausfinden konnten, in einen seltsames Koma fielen und dann irgendwo anders wieder erwachten. Kurz gesagt, wir waren ziemlich verzweifelt.

Julia lacht

Das Glück im Unglück war, dass ich mich auf Anhieb mit Andreas gut verstand und so konnten wir gemeinsam doch nach einiger Zeit ein paar Sachen herausbekommen, die uns dann Spuren lieferten. Wir hatten noch keine Ahnung, wie wir dieses Wissen einsetzen konnten. Vorallem, da wir plötzlich mit der anderen Gruppe - die ja zwei Räume weiter parallel spielte - gemeinsame Erlebnisse hatten. Das verwirrte uns erneut und wir sahen schon fast kein Ende mehr in Sicht. Aber wahre Helden geben doch nicht auf! Wir konnten dem Bösen doch noch auf die Schliche kommen und einen kleinen Erfolg verbuchen. Letztendlich erlangten unsere Charaktere die Freiheit in diesem verrückten Sanatorium und wir selber ein paar Antworten, wie es überhaupt dazu kam.

Das gesamte Abenteuer erstreckte sich, für uns Spieler, über zwei Tage. Es war zwar ein sehr wirres Abenteuer, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß, wie man oben links sehen kann. Und nun wieder zurück an Zordos.

Im Grunde genommen hat Thomas das Abenteuer auch für unsere Gruppe ganz gut beschrieben. Einige wenige Ergänzugen habe ich dennoch. Bei uns hieß eben der Meister nicht Sonja sondern André und sah natürlich auch etwas anders aus. Darüber hinaus wurden wir nicht erst irre, sondern gingen schon recht bekloppt auf die ganze Sache zu. Ich zähl einfach mal die Charaktere auf und es bleibt dem geneigten Leser über, sich ein Bild von unserem Geisteszustand zu machen. Da war zum einen eine Hexe, dann zwei sehr undiplomatische Thowalerkrieger und zu guter Letzt, zwei Schelme. Einer davon besessen von den Glöckchen in seinem ehemals vorhanden Haar und der andere, mit seinem imaginären Kumpel, Kaiser Hal. Und wenn wir schon von den beiden Schelmen reden, können wir deren erheiterte Spieler auch gleich unterhalb abbilden.

Schelme

Es war natürlich nicht das Abenteuer alleine, dass diese DSA-Tage so spielenswert gemacht hat. Es gab auch jede Menge spaßige Zitate. Dieses Jahr konnte ich sogar eines mehr festhalten als beim letzten verzweifelten Versuch. So kann man etwas über oben erwähnte Glöckchen auch auf der Zitateliste unserer Homepage finden. Auch ein sehr amüsantes - und deshalb hier auch erwähntes - Ereignis gab es mit der Sprachbarriere, die unsere Länder trennt, auch wenn sie geographisch nahe aneinander liegen. Mein Wortlaut war: "Ich drücke mal die Schnalle runter." Die Blicke, die ich erntete, zeugten von einer Mischung aus Entsetzten und Unverständnis. Leider wurden diese Blicke nicht festgehalten. Nun wird es Zeit zu erwähnen, dass es in dieser Situation darum ging, eine Tür zu öffnen. Ja, bei uns in Österreich gibt es Schnallen an der Tür, nicht im Rotlichtbezirk. Was in Deutschland Türklinke heißt wird zumindest in Wien oft als Türschnalle bezeichnet. Damit schließe ich für dieses Jahr meine Lektion "Deutsch - Österreichisch, Österreichisch - Deutsch" auch schon wieder ab.

Michi

Metro Sieg

Natürlich gab es auch, wie schon im Jahr zu vor, abgesehen von DSA selbst, einige erheiternde, zwischenmenschliche, Völker verbindende und vor allem unterhaltsame Begebenheiten. So wurde ich in diesen Tagen von Jens zum "Deutschen Honoris Causa" erklärt. Na da hab ich erst mal g'schaut (links zu sehen). Nun mag sich jeder Österreicher fragen warum ich ihm nicht die Nase gebrochen habe. Ganz einfach, weil dann hätte er g'schaut (rechts zu sehen). Nein, es lag natürlich nicht daran, dass ich wenig vorteilhafte Photos vermeiden wollte. Nach ein paar Momenten der Überraschung ist mir dann klar geworden, dass Jens gar kein Österreicher ist. Somit ist seine Aussage ja eher als Kompliment, als als Sonstwas, zu betrachten. Jemandem mit einer guten Auffassungsgabe, und Jens hat ja mal behauptet, dass Deutsche über eine solche verfügen, mag nun die unscheinbare Erwiderung eines Kompliments aufgefallen sein.

Die meiste Mühe in diesen Tagen, machte es, die komplette Spielerbelegschaft zum abschließenden Gruppenphoto zu animieren. Man möchte gar nicht glauben, wie viele von uns Angst davor haben, dass unvorteilhafte Photos von ihnen ins Netz kommen. Einer, der sich am Meisten über Photos beschwert hatte, war Jens. Tja Jens, Du hattest recht. Auf dem Gruppenphoto sind aber dann doch alle annähernd vorteilhaft erwischt worden. Den Beiweis trete ich nun unten an.

Schelme

Damit wir auch Namen zu den Gesichtern haben (von links):
Sonja, Melanie, Hindaria, Julia, Herbert, Andreas, Norma, André, Andi, Jens, ich, Thomas.

Aber wie alles Gute, geht auch so ein Ausflug nach Essen mal zu Ende. Die Heimfahrt dauerte dann etwas länger. Unangenehmes Wetter, explosionsbedingte Staus und die Tatsache, dass offenbar auch Autos der Firma Mercedes eine Straßenzulassung bekommen, machte uns etwas zu schaffen. Jedoch gab es keine Situation, die sich nicht mit außergewöhnlichen fahrerischen Leistungen, oder schlicht und ergreifend Aufmerksamkeit, bewältigen lies. Bemerkenswerter Weise verschwanden jegliche Widrigkeiten ab der Staatsgrenze. Ich will hier nicht sagen, Österreicher fahren besser Auto. Ich beschreibe nur, was ich gesehen habe.

Alles in allem war es auf jeden Fall wieder ein Erlebnis, dass ich nicht missen möchte und eine Fortsetztung gibt es auch garantiert auf die eine oder andere Art wieder.



Um die Sache entgültig abzuschließen, möchte ich mich hier noch dafür entschuldigen, insbesondere bei den Protagonisten dieser Reise, dass es so lange gedauert hat, bis dieser Bericht in den unendlichen Weiten des Netzes auftauchte. Die Gründe dafür sind zahlreich und auch recht langwierig zu beschreiben. Da ich der Auffassung bin, dass eine Entschuldigung auf jeden Fall kürzer als der Text selber sein sollte, spar ich mir hier also die Erklärungen.
Einen schönen Tag
Zordos
Simon Ross & Thomas Fröhlich (c), 2006 - 2012
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