| Deutschlandreise vom 22.10.2004 bis 24.10.2004 |
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Dere!
Irgendwann 2004 erwähnte Thomas, dass in Essen die Spiel '04 stattfindet. Was machen ambitionierte Betreiber einer DSA-Homepage? Eine Dienstreise! Also haben wir, im Dienste einer umfassenden Informationspolitik, weder Kosten noch Mühen gescheut und uns auf den Weg, tief in die germanischen Länder, gemacht, um was zum Thema Spiel '04 sagen zu können. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, dass drei tapfere Recken wie wir, die sich auf so einen Kreuzzug machen, auch einiges erleben. So war's dann auch und diese Erlebnisse wollen wir Euch auf keinen Fall vorenthalten.
Andi, Thomas und ich sattelten also Papas verbeulten 405er Peugeot und machten uns auf den Weg. Thomas hatte, in weiser Voraussicht, schon im Vorfeld unsere Unterbringung organisiert und wir hatten uns auch ein Treffen mit Hindaria ausgemacht, frei nach dem Motto, wenn wir den weiten Weg schon machen...
Die Fahrt nach Deutschland stellte kein Problem dar. Ein Stück über die Autobahn, noch ein Stück über die Autobahn und noch weiter Autobahn usw. In Deutschland machten wir dann einige interessante Feststellungen:
Die erste, und damit auch die Unterhaltsamste für uns, war das Verkehrzeichen welches zur Rechten abgebildet ist. In Österreich kennen wir Schilder, die uns vor Schleudergefahr bei Nässe und Schnee warnen aber Schilder, die uns vor dem Schnee selbst warnen sind uns neu gewesen. Wir fahren also im Sommer auf deutschen Autobahnen und sehen Schilder, die im Prinzip sagen: "VORSICHT! gefährlicher Schnee!" Zugegeben wir sind leicht zu erheitern.
Eine weitere verkehrstechnische Überraschung stellten die Autobahn-Abfahrten dar. In Deutschland steht dort ein blauer Pfeil mit der Aufschrift "AUSFAHRT". Wenn man dieses Schild sieht und nicht weiß, ob man diese Ausfahrt nehmen muss, ist es schlicht und einfach zu spät. Dann hat man 'ne 50-50 Chance das Richtige zu tun. In Österreich ist das Ganze etwas hübscher gelöst. Auf unseren Ausfahrtsschildern steht der Name des Ortes, zu dem die Ausfahrt führt. Das macht es auch für ortsunkundige Fahrer leichter bei einer bestimmten Stadt die Autobahn zu verlassen.
Abgesehen davon möchte ich über die Fahrt gar nicht viel sagen. Es wäre auch nicht höflich. Ich bin ein ruhiger Autofahrer und fluche selten am Steuer, aber bei dem was ich in Deutschland gesehen habe...
Also nach etlichen Stunden der Autofahrt erreichten wir gegen Einbuch der Nacht Essen. Nach kurzer Suche hatten wir auch das Hotel. Wir checkten ein, brachten unsere Sachen auf's Zimmer und trafen uns im hoteleigenen Restaurant. Hier kamen dann auch die ersten kulturellen Unterschiede mit den Eingeborenen zum Vorschein. Auf die Frage was ich denn trinken wolle antwortete ich, wie ich es meistens Abends in einem Lokal tue, mit den Worten: "ein Krügerl". Die Kellnerin blickte mich aus großen Augen an und frage: "Was bitte?" Mir ist ja durchaus klar, dass die Bezeichnung "Krügerl" kein Wort ist, das im gesamten deutschen Sprachraum Verwendung findet. Aber ein solches Unverständnis wie in diesem Moment hätte ich nicht erwartet. Ich meine, was stellt ihr da draußen Euch unter einem Krügerl vor? Was würdet ihr denken, wenn jemand bei Euch zum Abendessen ein Krügerl bestellt? Also nun hier mein Beitrag zur Völkerverständigung von heute. Ein Krügerl wird in Wien recht gern bestellt. In 60 von 100 Fällen wird der/die KellnerIn in Kürze mit einem Getränk zurück sein. In 39 von 100 Fällen wird darauf eine Frage folgen. Diese Frage könnte zum Beispiel lauten: "Stiegel, Budweiser oder Ottakringer?" Nach Beantwortung dieser Frage wird auch hier das Getränk serviert. In einem von 100 Fällen könnte so was gesagt werden wie: "Wie haben nur Seiderln." Das ist dann Schade aber nicht weiter tragisch. Ein Krügerl sind 0,5 Liter Bier. Ein Seiderl übrigens 0,3 Liter Bier. In schlechten Lokalen schwanken die Mengen meist geringfügig, aber ansonsten ist das eindeutig. Krüger = 0,5 Liter Bier. In Worten: Ein halber Liter Bier.
Aber genug davon. Hier geht's schließlich um DSA und nicht um die Erweiterung kultureller Horizonte. Wir sind also nach einem guten Essen und zwei KRÜGERLN ins Bett gegangen. Wir hatten 'ne lange Fahrt hinter uns und außerdem wollten wir für die Messe am nächsten Tag ausgeschlafen sein. Nach einer erholsamen Nacht, einem guten Frühstück und einer langwierigen Erklärung wie wir denn am schnellsten vom Hotel zur Messe kommen, machten wir uns auf den Weg. Die Erklärung war nicht nur langwierig, sondern auch gut, denn wir fanden den Weg ohne Probleme. Die Messe selbst war wesentlich größer als ich es erwartet hätte. Wir sind einmal so ziemlich alles abgegangen um uns umzusehen. Für alle Sehenswürdigkeiten fehlte uns leider die Zeit. Dennoch konnten wir natürlich nicht gehen ohne dem FanPro-Stand einen ausgiebigen Besuch abzustatten. Der Stand war leider recht klein und ziemlich überlaufen. Marketing-technisch war das sicher gut so. Mein Rollenspielerherz lies es nicht höher schlagen. Was mein Herz höher schlagen lies war die Regionalerweiterung "Unter dem Westwind", die bei dieser Messe erstmals erhältlich war. All jene, die mich aus dem Forum oder persönlich kennen wissen warum ich mich auf dieses Buch so gefreut habe. (*Thorwal Ruled*) Ich weiß ehrlich nicht mehr wie viel Geld wir für DSA-Sachen dort liegen gelassen haben, aber ich kann hier ja mal ein paar Sachen aufzählen die wir gekauft haben. 3x "Unter dem Westwind" (Ja, wenn wir zu dritt sind), 2x die Neuauflage des "Liber Cantionis", 1x den kompletten Kartensatz von Aventurien, ein paar Aventurische Boten, mindestens ein Abenteuer und vielleicht noch Zeug, das mir gerade nicht einfällt. Das Bild auf der Linken Seite zeigt übrigens Andi und mich mit dem ganzen Zeug und sehr zufriedenen Gesichtsausdrücken. Einzige Beschwerde an dieser Stelle: Es gab keinen Messerabatt. Bei der Gaming-Konvetion in Wien, die im letzten Frühjahr stattfand, gab es 10% Nachlass auf so ziemlich Alles von unserem Nr.1-DSA-Dealer. Zumindest auf Alles was mich interessiert hat.
Wir waren bis kurz nach Mittag auf der Messe. Von dort ging es dann ohne Pause nach Duisburg, wo wir uns mit Hindaria treffen wollten. Der genaue Plan sah so aus. Wir kaufen irgendwo Getränke und was zum Knabbern. Dann essen wir irgendwo zu Mittag und dann treffen wir uns irgendwo mit Hindi. Für einen genauen Plan sind da ziemlich viele Irgendwos drinnen und auch Zeitangaben fehlen völlig. Das ist mir schon klar, aber es war eh besser so. Denn dieses Einkaufen von dem ich gesprochen habe war schwieriger als erwartet. Da unser Thomas zu jenen Glücklichen gehört, die eine Metrokarte besitzen, dachten wir uns, wir könnten doch beim Metro einkaufen. Den hatten wir schon von der Autobahn aus gesehen und da würden wir auch hinfinden. Wir fanden auch hin. Aber das soll Euch der gute Thomas selbst erzählen:
Einkaufen beim Metro ist gar nicht so leicht, denn ich habe nur eine Drittkarte von meiner Mutter und da ist nur meine eigene Unterschrift drauf. Na ja, zuerst musste ich meine Karte beim Eingang abgeben, da dies extra eingegeben werden muss, weil anscheinend kein Zugriff auf die österreichische Kundendatei besteht. Wir waren mit dem Einkauf relativ schnell fertig und wollten uns die Karte holen, doch da kamen die Probleme: Da nur meine Unterschrift auf der Karte war, wollten sie uns nicht einkaufen lassen, warfen sogar mir vor, dass ich die Karte am Parkplatz gefunden habe. Na klar, ich finde auf einem deutschen Parkplatz, eine österreichische Metrokarte, die einer Frau gehört, die zufällig den gleichen Nachnamen wie ich hat, sowie die selbe Adresse wie meine Mutter und diese Karte ist auch rein zufällig nicht unterschrieben. Wer hätte da nicht spontan beschlossen in den Metro vor dem er völlig grundlos geparkt hat einkaufen zu gehen. Na ja, an der Info-Dame ist vielleicht eine Fantasy-Autorin verloren gegangen, aber sind wir froh, dass sie nicht Logistik lehren darf. Na gut, nach einigem hin und her, bekamen wir dann die Erlaubnis. Also auf zur Kasse, doch dort angekommen mussten wir feststellen, dass wir nicht bezahlen konnten, also zurück zur Info. Dort wurde uns dann erzählt, dass wir noch ein wenig warten müssten, damit dies eingegeben wird. Wenigstens bekamen wir zu diesem Zeitpunkt zwei Getränke Gutscheine für drei Personen. Nach weiteren 30 Minuten bekamen wir endlich den Tagespass und konnten dann endlich zur Kasse und bezahlen. Ich meinte nur, dass ich noch nie solange in einem Metro war. Zum Glück hatten wir es nicht eilig, sonst wäre ich die Info-Dame wahrscheinlich angesprungen und hätte für nicht garantieren können.
So jetzt übernehme ich wieder. Ergänzend sei noch erwähnt, dass Thomas wirklich angesprungen meint. Nicht besprungen!
Im Endeffekt haben wir gesiegt. Anbei zwei Beweisphotos. Als erstes, links, der Kofferraum, gefüllt mit unserer Kriegsbeute. Zweitens, zur Rechten, Thomas und ich, als STRAHLENDE Sieger, mit der an Stelle einer Kapitulation ausgestellten Rechnung. Ja, das Photo ist nicht ganz so toll gelungen, aber egal. Unser Mittagessen verlief dann eher ereignislos, war aber sehr lecker. Das Restaurant bei Karstadt war echt gut.
Nun aber zum angenehmsten Teil der Reise. Das Treffen mit Hindi. Zum ersten Mal also trafen wir Hindaria persönlich (erstes rechts). Bei dieser Gelegenheit lernten wir auch gleich Lehner Torgesson (ganz rechts) kennen. Tut uns leid, dass die Fotos so grell geworden sind.
Frei nach dem Motte DSAler aller Länder vereinigt Euch, ging es dann auch recht schnell zur Sache. Einmal Rettung der Bollinger Heide mit allem was dazu gehört. Einschließlich Auftritten vom toten Baron Connar (Andi mit Grabbeleuchtung) und dem nicht weniger dahingeschiedenen Lexej. Ich habe festgestellt, dass es gar nicht so leicht ist zu meistern, wenn man die Hälfte der Spieler nicht kennt. Angeblich hab ich es aber doch ganz gut hinbekommen. Klar vielleicht sagen das die anderen nur um meine Gefühle nicht zu verletzten, aber was soll's. Alles in allem, auf jeden Fall, zwei Daumen nach oben für Gastfreundschaft und einen lustigen Abend.
Am Abend sind wir eben wieder zum Schlafen ins Hotel. Nach dem Frühstück am nächsten Tag ging es dann auch schon wieder nach Österreich zurück.
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Einen schönen Tag
Zordos
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| Simon Ross & Thomas Fröhlich (c), 2004 - 2012 |
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